Sonderleasing

Da im Sommer der Leasingvertrag für meinen Vorstands-Firmenwagen ausläuft, hatte eine Mitarbeiterin vor kurzem begonnen, sich nach einer Folge-Motorisierung umzusehen. Als Wunschmodell nannte ich einen A6, nicht zuletzt wegen des schönen großen Kofferraums.

Dafür erhielten wir gestern vom Händler unseres Vertrauens ein sensationelles Angebot: ein Rückläufer aus einer Großkundenbestellung, mit entsprechend hohem Rabatt. Ein Schnäppchen! – sofort verfügbar, tolle Ausstattung, mit einer All-Inclusive-Sonderleasing-Rate von…. gerade einmal 822 Euro monatlich. Resultierend aus einem Listenpreis von 77.000 Euro.

Schluck.

Ja nun also. Theoretisch wäre ein solcher Untersatz wohl durchaus angemessen für den Vorstand einer börsengelisteten AG. Einer erfolgreichen überdies, darf ich vielleicht anmerken. Und die gegenüber meinem IST-Auto fast verdoppelten Kosten würden unsere Aktionäre gar nicht bemerken angesichts eines Jahresgewinns im siebenstelligen Bereich.

Trotzdem. So viel Geld für etwas auszugeben, das einfach nicht nötig ist, tut mir in der schwäbischen Seele weh. Und nach einmal drüber schlafen und mit einigen Leuten drüber sprechen, ob’s wegen der Repräsentanz und so („börsengelistete AG“) wirklich sein muss, hab ich das Schnäppchen dankend ablehnen lassen. Wie sagte mein Ex-Vorstandskollege, den ich ebenfalls um seine Meinung fragte, es so schön: „Viel zu viel unsinniges Zeug drin. Am Ende dann völlig überteuert.“

Muss die Kollegin also leider noch ein bisschen weitersuchen. Und statt dem top ausgestatteten Audi wird’s dann wohl eher ein vergleichsweise karg möblierter Skoda werden. Irgendwie empfinde ich den aber einfach als passender. Und wenngleich die Aktionäre meinen heroischen Verzicht im ausgewiesenen Konzernergebnis nicht bemerken werden, dann vielleicht wenigstens durch diesen Blogpost 😉

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Über kungler

Finanzanalyst, Immobilienhai und Unternehmer mit Idealen.
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2 Antworten zu Sonderleasing

  1. Ein Investor schreibt:

    Sehr schöner und amüsant geschriebener Post.

    Aber in der Tat ist ein günstigerer Leasingwagen für die Aktionäre zu begrüßen. Bei einem geschätzten Einsparpotential der Leasingrate von monatlich rund 400 Euro ergeben sich auch nach steuerlicher Abzugsfähigkeit von der Unternehmenssteuer ein jährlicher Nettoeffekt von fast 4.000 Euro. Pro Aktie gerechnet sind das immerhin 0,1 Cent EPS – was zunächst gering erscheint, angesichts eines erwarteten EPS in der Größenordnung von 45 Cent aber immerhin 0,2% mehr Jahresüberschuss sind. Das ganze mag dann später bei Jahresüberschüssen in der Größenordnung von 5 bis gar 10 Mio. Euro tatsächlich vernachlässigbar sein, aber bis dahin ist ja noch ein gewisser Weg für die DEFAMA.

    In diesem Sinne ein wunderbares Wochenende, wünscht ein bislang sehr zufriedener DEFAMA-Aktionär

  2. FlorensD schreibt:

    So ein gut ausgestatteter Oktavia hat auch einen spitzen Kofferraum

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