Shitstorms, Nadelstiche – und ihre Folgen

Eigentlich ist es ja eine gute Sache, dass die Piraten ihren gewählten Vertretern, seien es Abgeordnete oder Vorstände, ständig auf die Finger schauen und sich nicht gefallen lassen, wenn einer von ihnen das mit der Wahl ausgesprochene Vertrauen missbraucht. Dabei gilt: lieber einmal mehr als einmal weniger kritisch nachfragen – denn so ist sichergestellt, dass nicht dieselben Strukturen wie bei manch anderer Partei einkehren mit einer lethargisch-resignierenden Basis, die sich fast alles gefallen lässt, was „die da oben“ so treiben.

Dabei gibt es ein bewährtes Mittel, so ziemlich jeden klein zu kriegen… äh, zur Vernunft zu bringen, der nicht die Schmerzbefreitheit eines Christian Wulff besitzt: den Piraten-Shitstorm™. Erkennt die Basis™ einen Verstoß gegen piratige Prinzipien, vorzugsweise Intransparenz oder Top-Down-Vorgehen, bricht dieser unweigerlich los. Und dann kochen Mailinglisten, Twitter, Telefon und der Mumble-Server mal wieder über.

Wie gesagt, eigentlich ist das gut. Aber leider schießen nicht wenige Piraten gerne mal deutlich über das Ziel hinaus. Das Ergebnis: Shitstorms werden zum Alltagsphänomen – selbst kleinste Anlässe werden zum #gate hochstilisiert, in Dutzenden von Mails auf verschiedensten Listen angeprangert und auf Twitter mühelos in die Trending Topics katapultiert.

Und noch schlimmer: Mit Shitstorms bedacht werden nicht nur getroffene Fehlentscheidungen oder was jemand subjektiv dafür hält. Nein, schon der bloße Verdacht, ein aufgeschnapptes Gerücht oder eine Halbinformation reicht oft aus, um aus allen Rohren zu feuern. Ob an der Behauptung wirklich etwas dran ist? Egal: erst schießen, dann fragen.

Neben dem klassischen Shitstorm gibt es aber eine weitere Unsitte, die noch viel schlimmer ist. Ich nenne sie die Politik der Nadelstiche – das penetrante Nachtreten zu längst vergangenen Themen, das Bashen des BuVo und/oder anderer gewählter Vertreter und/oder aktiver Mitglieder aus persönlichen Gründen, die ständigen Seitenhiebe und vagen Unterstellungen gegen aktive Piraten, vorzugsweise in gewählten Ämtern.

Dies hat Folgen. Nicht nur für die Außenwirkung™, da ist unser Image sowieso schon geprägt. Sondern für die ganz reale Arbeit in der Partei. Beispielsweise für mich im BuVo.

Folge 1: Blocken auf Twitter

Ich nutze Twitter nicht nur zum Spaß, sondern als Arbeitsmedium. Ich kommuniziere darüber mit BuVo-Kollegen (offen oder als DM), mit anderen Piraten (dito) und Journalisten (+1). Ich nutze es zur Mobilisierung von Wahlkämpfern und als Ideenbörse, für Hilferufe in beide Richtungen und um Feedback zu erhalten – in einem Wort, zum kungeln as kungeln can. Solange ich wach bin, bin ich zu 95% über Twitter erreichbar. Selbst im Zug, während Veranstaltungen und nicht selten sogar mitten in Terminen.

Um effektiv mit Twitter arbeiten zu können, lasse ich Mentions und DMs als „pop-up“ anzeigen – nur so kann ich immer schnell auf Anfragen reagieren. Daraus ergibt sich ein Problem: Man kann mich jederzeit anpingen. Was eigentlich auch ausdrücklich erwünscht ist. Und es ermöglicht, dass ich jedem, der es möchte, schnell und unkompliziert antworten kann – zu was auch immer.

Aber leider ist es damit auch möglich, mich (und andere!) ohne Vorwarnung anzupimmeln, wie einer unserer Abgeordneten es ausdrückt.

Wenn so etwas alle paar Tage passieren würde, wäre es ja nicht weiter schlimm. So dick ist mein Fell schon lange. Auch ein Tropfen alle paar Tage ist noch keine chinesische Wasserfolter. Leider ist es deutlich schlimmer: An manchen Tagen pingen solche Bash-, Nörgel- und VT-Mentions alle paar Minuten auf. Und getreu dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“ bleibt dabei immer eine Spur zurück.

Selbst wenn mich eine Bash-Mention aber nur fünf Minuten beschäftigt, ist das verlorene Zeit. Poppen zehn davon binnen einer Stunde auf, ist die gute Laune im Arsch. Und zieht sich eine solche Phase über einen oder mehrere Tage hin, überkommt so ziemlich jeden der „macht euren Scheiß doch alleine“-Gedanke. Der zwangsläufig zur Folge hat, dass immer wieder engagierte Piraten ihr Amt hinwerfen oder zumindest nicht erneut kandidieren.

Ich will mich nicht aus dem Amt mobben lassen. Und um es auszufüllen, brauche ich Twitter als Arbeitsmittel. Deshalb habe ich bereits vor einigen Monaten begonnen, sehr konsequent alle Basher bei Twitter zu blocken – anfangs beim zweiten oder dritten Tweet unter der Gürtellinie, inzwischen meist schon beim ersten Auftreten. Die Wiederholungsquote ist so hoch, dass es sowieso kaum einen Unterschied macht. Außer dass ich von $basher ein- bis zweimal weniger genervt werden kann. Wobei meine Nerv-Schwelle inzwischen sehr niedrig geworden ist. Erschreckend niedrig, wenn ich ehrlich bin.

Traurig ist dabei, dass ich mich des Öfteren genötigt fühle, auch Leute zu blocken, die ich eigentlich sehr schätze und im persönlichen Gespräch sachlich auftreten. Denn so können sie mir nicht mehr folgen – und via Twitter auch keine Fragen/Hilferufe mehr an mich richten. Sofern ich aber nicht per DM mit ihnen kommunizieren möchte (und bei Leuten, die mich bashen, ist das sehr selten), ist mir der Erhalt von Twitter als effektives Arbeitsmedium ohne eingebaute Nähmaschine wichtiger.

Auf seine persönliche Bitte hin, verbunden mit dem Versprechen sich zurückzuhalten, habe ich einen geblockten Follower wieder entblockt. Wer dies nach Lektüre dieser Zeilen ebenfalls wünscht und glaubhaft Besserung gelobt, möge sich melden.

Folge 2: Rückzug aus Parteimedien wie Mumble, MLs & Co

Aber nicht nur auf Twitter als bevorzugter Nadelstich-Kanal habe ich aus dem routinemäßigen Shitstormen für mich Konsequenzen gezogen. Ich nehme auch sehr viel seltener an Diskussionen auf Mailinglisten teil, reagiere dort auf Kritik zu von mir angestoßenen Aktionen oder von mir (mit)getroffenen Entscheidungen oder verirre mich abends auf einen Schnack ins Mumble.

Warum? Ganz einfach: Es macht keinen Spaß, nach einem Tag mit 10 bis 12 Stunden Einsatz für die Partei von einem oder mehreren „Feinden“ in Mumble angegriffen zu werden, sich gegen immer neu, mindestens nach eigenem Empfinden hanebüchenen Vorwürfe zu wehren und für immer die gleichen längst ausdiskutierten Entscheidungen zu rechtfertigen. Stattdessen lese ich in letzter Zeit wieder sehr viel öfter mal ein Buch oder telefoniere (wie intransparent!!!) mit netten Piraten, vorzugsweise um mich über s.o. auszukotzen.

Ähnlich ist es bei Mailinglisten: Es kostet einfach zu viel Zeit, die „Argumente“ der Wünschi- und Nörgel-Fraktion fundiert auseinander zu nehmen. Sollen sie doch ihre Verschwörungstheorien über den bösen BuVo im Allgemeinen und mich im Speziellen spinnen, solange mir das Geschreibsel nicht die Mailbox verstopft. Entsprechend lese ich fast nur noch Arbeitslisten (vorzugsweise geschlossene) oder schaue gelegentlich ins Sync-Forum, an Diskussionen nehme ich jedoch nur noch sporadisch teil.

Das wiederum führt genau zu dem, was vielen Amts- oder Mandatsträgern vorgeworfen wird: Sie würden sich von der Basis entfernen, intransparent arbeiten usw. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass es sich manchmal so anfühlt, als würde man uns regelrecht in den Untergrund treiben – dort kann man nämlich in Ruhe arbeiten. Leidtragende sind die stillen Beobachter und auch die Partei als Ganzes, denn der Input von mitlesenden Gelegenheitsarbeitern fällt so natürlich weg.

Schweigende Mehrheit? Mangelnde Zivilcourage!

Wer nun sagt: „Das sind doch nur ein paar Trolle, die große Mehrheit findet eure Arbeit gut“, hat wahrscheinlich recht. Wäre ich nicht davon überzeugt, dass es so ist, könnte ich mich nicht täglich viele Stunden lang für die Partei engagieren. Und zum Glück sind die Basher von ihrer absoluten Zahl her noch halbwegs überschaubar – zumindest was meine persönliche Warte angeht – und genießen innerhalb der Piraten meist auch einen entsprechenden Ruf.

Leider stelle ich jedoch regelmäßig fest, dass ihr aggressives Verhalten in MLs, auf Twitter und (am erschreckendsten) in Mumble gegenüber beispielsweise BuVo-Mitgliedern nur selten dazu führt, dass sich Dritte schützend vor den Angegriffenen stellen. Dies empfinde ich zumindest als fehlenden Rückhalt, da es kaum ein Gegengewicht zum regelmäßigen Bashing gibt. Und angesichts eines ehrenamtlichen, oftmals mehr-oder-weniger-Fulltime-Jobs trägt das nicht gerade zur Motivation bei – sei es im BuVo, in den LaVos oder überall sonst, wo sich Piraten engagieren.

Mag ja sein, dass die große Mehrheit hinter dem BuVo und/oder anderen gewählten Vertretern und/oder aktiven Mitgliedern steht. Leider verhält sie sich nicht so, sondern verfährt nach dem Motto „net g’meckert isch g’lobt gnuag“, wie man im Schwäbischen sagt (an dieser Stelle ein dickes Dankeschön an denjenigen, der mich heute „einfach so“ zum mal-kurz-für-die-Arbeit-loben angerufen hat – ein seltenes Highlight). Und schaut größtenteils tatenlos zu, wenn mal wieder irgendjemand gebasht wird, der so leichtsinnig war, mit seinem Engagement aus der Masse hervorzustechen.

Ihr habt diese Zeilen gelesen und seit mit dem BuVo und/oder anderen gewählten Vertretern und/oder aktiven Mitgliedern eigentlich durchaus zufrieden? Dann bitte ich euch um zwei Dinge:

1. Vermeidet Seitenhiebe, Polemik und unsachliche Nörgeleien auf Twitter, MLs, Mumble usw

2. Zeigt Zivilcourage, wenn irgendjemand anderes dies tut – indem ihr sachlich, aber deutlich darum bittet, den Tonfall zu mäßigen und z.B. auf diesen Blogpost verweist (oder die bis zur Lösung dieses Problem hoffentlich zahlreich folgenden ähnlichen Beiträge)

Danke für eure Aufmerksamkeit.

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Über kungler

Finanzanalyst, Immobilienhai und Unternehmer mit Idealen.
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16 Antworten zu Shitstorms, Nadelstiche – und ihre Folgen

  1. Nick schreibt:

    An der Stelle erstmal: Danke für dein bisheriges Engagement.Und ich finde gut was du bisher so gemacht hast !
    Es wird Zeit auch mal wieder öfter Lob statt immer nur Kritik zu äußern.

  2. drachenrose schreibt:

    Ja, Du hast recht – leider.

  3. Balu schreibt:

    Perfekt. Aber eigentlich müsste man hier noch hinzufügen, dass das nicht nur für innerparteiliche Sachen so gesehen werden sollte.

    Ein frecher Seitenhieb auf die anderen Parteien und deren Mitglieder oder andersdenkende sind ok. Angemessene Kritik lässt sich auch immer im vernünftigen Ton äußern, ohne dass man jemanden runtermachen muss.

    Aber wenn es mal richtig rund geht und der Shitstorm langsam höher und höher kocht, dann sollte man darüber nachdenken, dass da am anderen Ende auch nur eine Person steht.

    Ein Beispiel ist mir gleich heute aufgefallen: Da traut sich @hannelorekraft im wahrsten Sinne des Wortes in die Höhle des Löwen, legt sich einen Twitter-Account an und probiert einfach mal dieses Internet aus, wie wir es ihr immer empfehlen. Und sofort springen Leute auf, machen sich nicht nur über diese „offensichtliche Wahlkampf-Taktik – schaut her, ich habe auch Twitter“ lustig, sondern verarschen sie direkt nach Strich und Faden und mit blöden Sprüchen.

    Wenn ich so begrüßt würde, würde ich dieses Internet auch gleich wieder sein lassen, geschweige denn, mich mit diesen Idioten über Themen zu unterhalten, die sie beschäftigen.

    • alexschnapper schreibt:

      Danke Balu, das mit dem Kraft-Twitteraccount ist ein gerade aktuelles gutes Beispiel dafür. Denn wir als „Internetpartei“ sind meistens nicht wirklich die Mega-Internet-Profis, wie manche gerne intern hätten. 😉

      Und Dein Kommentar: +1 #iLike 🙂

  4. Dorothee schreibt:

    Viele kommentieren ohne den Hintergrund zu kennen und glauben daher zu wissen, was man nicht kann, nicht gut gemacht hat … Bin also ganz deiner Meinung!

  5. GrmpyOldMan schreibt:

    Dieser Post irritiert mich in mehrfacher Hinsicht. Wenn es jemanden gibt, der sofort aus irgendeinem Grund irgendwo anruft … und wenn es zwei Uhr morgens ist… so habe ich Dich kennengelernt.

    Und sobald, wie heute, auch wenn Du selber es noch nicht gesehen oder verstanden hattest, Du sofort bei mir anonym mehrfach anrufst – ist da ein großer Unterschied zu dem Verhalten, welches Du skizzierst? Die breite Masse kotzt sich im Netz über Kurzmitteilungsdienste aus und gut ist.

    Aber Aggressivität kann sich auch durch schlichtes Anrufen ausdrücken – gerade, wenn viele Projekte auf einmal anstehen und *schwupps* ruft irgendein Bundesvorstand an, um seine persönliche Kritik loszuwerden – bitte kurz sacken lassen und drüber nachdenken. Ich sage: Sowas geht gar nicht.

    Ich bin ein kleines Rädchen in der Gesamtpiratenmaschinerie und versuche, die Leute zusammenzuhalten und halbwegs in Bahnen zu lenken für eine Ausnahmesituation, die niemand erwartet hat und schon schalten alle ihre Köpfe aus und wollen nur noch das, was Ihnen am Besten gefällt. Aber schwamm drüber. Ich kenne „wegdrücken“ und ich drücke weg.

    Ach ja, Twitter? Was ist das eigentlich? Ist das nicht dieses kommerzielle Netzprodukt, welches gezwungen wird alle Infos und ‚persönlichen‘ Mails auch von politisch immunen Abgeordneten anderer Länder an die Strafverfolgungsbehörden der VSA zu übergeben. Sorry, da habe ich seit einem echten Gate wie Wikileaks auch kein Mitleid mehr – auch nicht mit den Piraten, die meinen, Grundsatzentscheidungen und möglicherweise schwerwiegende Inhalte über ein zentralisiertes kommerziell orientiertes Unternehmen rauszublasen. https://en.wikipedia.org/wiki/Birgitta_J%C3%B3nsd%C3%B3ttir

    Und Zivilcourage gegen Shitstorms zu zeigen, ist ja immerhin schon mal ein Anfang. Doch noch viel mehr würde ich mir Zivilcourage in Umständen des echten Lebens der Piraten wünschen, wie #keinenMeter. Aber das ist ein anderes Thema.

    Ich merke, ich bin seit nunmehr 18 Stunden am Start und sollte jetzt mal ins Bett gehen, damit wir morgen den nächsten Shitstorm (vielleicht ohne Telefonanrufe oder Beleidigungen von Vorständen und gewählten Vertretern) durchmachen können.

    Respekt beruht auf Gegenseitigkeit (nur so nebenbei).

    Gruß, Grumpy.

    • kungler schreibt:

      Ich habe dich heute genau 2x angerufen, beim zweiten Mal gingst du dran – und wenn du mich nicht nach weniger als einer halben Minute weggedrückt hättest, wüsstest du auch warum. Jedenfalls sicherlich nicht zum bashen. Habe die benötigten Infos aber inzwischen auf andere Weise erhalten.

      Ansonsten habe ich das mit der unterdrückten Nummer (Stichwort Privathandy mit Flat, berufliches ohne – und seit 1.1. muss ich’s selber zahlen, bei halbiertem Einkommen…) schonmal erklärt. Und ich rufe nur dann um 2 Uhr nachts an, wenn ich davon ausgehen kann, dass der Betreffende noch wach ist. Der von dir adressierte Anruf war nach meiner Erinnerung übrigens eher gegen 23/24 Uhr, und in der damaligen heißen BTW-Phase war das für die meisten hyperaktiven Wahlkämpfer wie dich oder mich eine übliche Uhrzeit.

      Da aus deiner imho ziemlich am Thema vorbeigehenden Antwort aber ersichtlich ist, wie kaputt du bist, schlage ich vor, wir vertagen das alles auf die Wahlparty und klären offene Punkte dann bei was Hochprozentigem. Also sowohl zum Trinken UND als Balken 🙂

  6. alexschnapper schreibt:

    Guter Beitrag, auch weil er einfach dieses blöde #gate-Verhalten auf Twitter und Mailinglisten gut anspricht. Und für Neupiraten mag das doch sehr abschreckend wirken, wenn auf Stammtischen oder in den Mailinglisten nach 3-4 Mails oft vom Thema abgewichen wird und dann persönliche Anfeindungen Überhand nehmen, anstatt sich inhaltlich mit der politischen Arbeit zu befassen.

    Mumble nutze ich nicht, ist für mich auch nur ein Werkzeug von Personen, die ich leider noch nicht im realen Leben getroffen habe, die Mumble nutzen, um vorher auf Twitter anzukündigen („oh, alle mal gleich in Mumbleraum $schlankerTeufel kommen, da gehts richtig hoch her“) was Sache ist und dann dort im Mumble sich auszukotzen (so hab ich das von Erzählungen mitbekommen).

    Matthias, auch wenn wir uns glaube ich persönlich nur ein-zwei-mal gesehen hatten, schätze ich Deine Arbeit für den BuVo sehr. Überhaupt seit den „Berlin-Wahlen“ letztes Jahr ist die Arbeit ab LV-Ebene sicher nicht mehr so eine lapidare wie vor einigen Jahren noch. Die Partei befindet sich in einem Wandel. Und der findet schneller statt als der von den Grünen vor 30 Jahren. Das überfordert alle und viele blicken und verstehen das nicht mehr, viele wollen noch die Nerdpartei bleiben und gemeinsam anonym (oder auch nicht) andere Personen stalken, bashen und fertig machen. Aber dann sollen sie lieber entweder austreten oder einfach die Klappe halten!

    Ich lese sehr gerne deine Tweets und deine Aufrufe via Twitter und als FYI-Mails in den Mailinglisten. Andere Piraten, die dich kritisieren, sollten erstmal versuchen so viel Arbeit (und zwar produktive) zu leisten, wie alle, die ab LV/BuVo-Ebene tätig sind. Weil aus dem stillen Kämmerchen zu meckern ist einfach, aber mal selber anpacken ist dann doch schwerer..
    Ich meine jetzt nicht, dass keine Kritik erwünscht ist, aber das Gebashe (oder auch Mobbing) geht einfach gar nicht!

    Deshalb, mach weiter so und kungle weiter. Und das mit dem Lesen und intransparenten telefonieren mache ich auch. Das tut auch gut 🙂

  7. farddizzle schreibt:

    Hi, guter und wichtiger Blogpost.
    Der Rückzug aus Parteimedien von vielen aktiven Machern ist verständlich. Allerdings wird so die sinnvolle Integration von Neumitgliedern nicht einfacher. Als Neumitglied abonniere ich Mailinglisten als Kommunikationsmöglichkeit mit Piraten (dachte ich zumindest mal). Wenn die aktiven Piraten ihre Projekte inzwischen lieber per Telefon organisieren und nicht mehr per ML, wie bekomme ich dann Anschluss an diese Gruppe Aktiver? Im Zweifelsfall überhaupt nicht. Statt dessen verwechsele ich die Mailinglistentrolle mit aktiven Piraten und verzettel mich selbst in sinnlosen ML Diskussionen. Irgendwie blöd :-/

    Inzwischen bin ich ja für mehr moderierte Mailinglisten. Was nützt die 100% offene und zensurfreie ML, wenn dort nichts sinnvolles mehr gepostet wird? Dann lieber transparente Abweisung von Idioten.

  8. Ghodly schreibt:

    Also ich find das ja gut was du machst 🙂

  9. Gast schreibt:

    Ich gehöre auch zu der schweigenden Mehrheit und übe jetzt mal etwas Zivilcourage und Lobe die Arbeit von allen Piraten! 🙂

  10. Jan schreibt:

    Danke. Ein Problem was ich sehe: Auf Mailinglisten gilt meist die Regel, dass Trolle ignoriert werden sollen. Zivilcourage zu zeigen, also den Trollen zu widersprechen, füttert die. Es nicht zu tun, führt zu den von dir beschriebenen Problemen, also eine klare lose-lose-Situation. Fällt dir da ein guter Ausweg ein?

  11. Lobby Ist schreibt:

    Die PIRATEN auf dem Weg in eine intransparente Kungel-Klüngel-Elite-Partei. Zur Information: es gibt auch öffentliche und damit transparente Kommunikationskanäle, die nur in eine Richtung funktionieren. Aber stattdessen wird lieber zum Telefon oder DM gegriffen…

    Hoffentlich fallen euch bei Zeiten die Widersprüche eurer Arbeitsweise im Gegensatz zu den „Inhalten“ eures Parteiprogramms auf. Nicht das die euch von der CDU oder B90/GRÜNE noch erklärt werden müssen.

  12. olafnensel schreibt:

    Lieber Matthias,
    Piraten sind Teil der Gesellschaft. Und unter den mehr als 20.000 Mitgliedern der Piratenpartei findest Du alle Charaktere: leise und laute, einfühlsame und grobe, nachdenkliche und hitzige. In einem offenen Raum begegnet Dir immer das ganze Spektrum aller möglichen Meinungen. Bei 40.000 Mitgliedern wird sich die Zahl der Meinungsäußerungen verdoppeln, die der angenehmen wie die der unangenehmen.
    Danke für Deinen Artikel!
    Viele Grüße
    Olaf

  13. Jo schreibt:

    Gegen Stephan Urbachs Troll-Blog-Artikel hatte ich noch Gegenposition bezogen (http://jomenschenfreund.blogspot.de/2012/03/der-neue-mctrollerismus.html ) aber in deinem Fall kann ich die Probleme nachvollziehen. Und sie bestätigen, wovor ich bei Mandatsträgern gewarnt habe: Wir brauchen Spielregeln, Verfahren, Helfer, die solche Situationen einerseits abzufedern, andererseits um den Kontakt mit der Basis nicht zu verlieren. Was für deine Arbeit gilt, wird noch einmal verstärkter für die zukünftigen Mandatsträger gelten.

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