Antragsreihenfolge für den BPT: So entstanden die „Top 42“

Im Folgenden erläutere ich mein Vorgehen für die Zusammenstellung der „Top 42“-Anträge für den BPT am 3./4.11. in Offenbach und die vorläufigen Vorschläge für die Antragsreihenfolge.

Aufgrund zahlreicher beruflicher Termine in den vergangenen Tagen und der BuVo-Sitzung am Wochenende war mir dies leider nicht früher möglich. Auch ließ sich wegen des hohen Zeitdrucks keine detaillierte Besprechung und Diskussion mit einer größeren Gruppe von Piraten durchführen. Sehr hilfreich war die Unterstützung durch Streetdogg, JeZ und Sylvia – vielen Dank dafür! – die auch jeweils Teile des von mir gewählten Verfahrens guthießen bzw. deren Anregungen einflossen.

Da ich diesen Vorschlag somit „privat“ unterbreite, stelle ich ihn bewusst erst einmal nur in mein eigenes Blog. Nach Zustimmung/Bearbeitung durch die Kollegen aus dem BuVo und/oder der Antragskommission werde ich eine – ggf. überarbeitete – Fassung ins Vorstandsportal stellen.

1.) Ergebnisse aus LiquidFeedback (LQFB)

1a) Vorbereitung und manuelle Recherche

Auf Grundlage des LQFB-Dump vom 22.11.2011 wurden mit Hilfe von Streetdogg – herzlichen Dank dafür! – zunächst sämtliche mit dem Antragsportal verknüpften Initiativen herausgefiltert.

Darüber hinaus haben wir manuell den Dump durchsucht nach seit dem BPT in Chemnitz (20./21.11.2010) eingestellten oder abgestimmten Initiativen, welche nicht im Antragsportal verlinkt sind, jedoch wortgleich oder sinngemäß als Antrag an den #bpt11 gestellt wurden und mindestens 2/3 Zustimmung bei mindestens 100 Abstimmenden (ohne Delegationen) erhielten bzw. mindestens 50 direkte Unterstützer vorwiesen.

Wir konnten auf diese mühsame Weise eine Reihe zusätzlicher Anträge mit teilweise erheblicher Relevanz identifizieren. Es ist aber nicht auszuschließen, dass uns trotzdem der eine oder andere durchgerutscht ist. Sollte jemand (s)einen Antrag vermissen, bitten wir um kurzfristigen Hinweis.

1b) beliebteste Anträge in LQFB

Die beliebtesten Anträge wurden gemäß den folgenden Kriterien identifiziert:

1. Abgestimmte LQFB-Initiativen
a) Sortierung aller Anträge nach Abstimmungsergebnis in % (ohne Delegationen)
b) Berücksichtigung aller Initiativen mit >2/3 Zustimmung (ohne Delegationen*)
c) Berücksichtigung aller Initiativen mit >100 Abstimmenden (ohne Delegationen**)
d) Sortierung nach Zahl der absoluten Ja-Stimmen (ohne Delegationen)

2. Nicht abgestimmte LQFB-Initiativen
a) Sortierung nach Unterstützern (ohne Delegationen)
b) Berücksichtigung aller Initiativen mit >50 Unterstützern (ohne Delegationen)

Das erste Kriterium erreichten alle Anträge außer PA094, der aber zu einem Top-Antrag direkt konkurriert. Der durch „Superdelegierte“ bei <2/3 landende Antrag PA208 wurde wegen 76,73% direkter Ja-Stimmen berücksichtigt. Das zweite Kriterium erfüllten alle Anträge außer Q031, der nur insgesamt 52 direkte Stimmen (44:8) erreichte und auch lediglich 26 direkte Unterstützer fand.

Aus LQFB ergeben sich somit insgesamt 75 Anträge, wobei 33 konkurrierende Anträge bzw. Module betreffen und somit gemeinsam mit den zugehörigen „Leitanträgen“ behandelt werden. Aus LQFB ergeben sich damit per saldo 42 einzelne Anträge. Dabei wurden diejenigen Anträge, für die ein Abstimmungsergebnis vorliegt, grundsätzlich höher als nicht abgestimmte Anträge eingestuft.

2.) Ergebnisse aus LimeSurvey

2a) Einzelanträge oder Themenblöcke? – beides!

Auf die Frage beliebteste Einzelanträge vs. Themenblöcke ergab sich ein annähernder Gleichstand: 385 Piraten stimmten für „beliebteste Einzelanträge, wobei die zugehörige Untergruppe jeweils mitbearbeitet wird“, 417 für „Themenblöcke gemäß Ergebnis der ersten LimeSurvey-Umfrage (siehe http://piraten.in/LS1)“.

Eine Orientierung an den beliebtesten Einzelanträge findet somit ähnlich viele Anhänger wie die Sortierung nach Themenblöcken. Ich schließe daraus, dass die beliebtesten Einzelanträge sinnvoll zu Blöcken zusammengefasst werden sollten. Diese werden gemäß der ersten LimeSurvey-Umfrage zunächst während des Großteil der Gesamtzeit des BPT in Themenblöcken abgearbeitet (z.B. den kompletten Samstag), während für die letzten Stunden die verbliebenen Top-Anträge bearbeitet werden, solange die Zeit eben noch reicht.

2b) beliebteste Anträge in LimeSurvey

Für die Reihenfolge der beliebtesten Einzelanträge ausschlaggebend war jeweils der beliebteste Antrag einer Untergruppe konkurrierender Anträge gemäß der Sortierung auf dieser Seite:

http://wiki.piratenpartei.de/Bundesparteitag_2011.2/Antragsportal/Antragsgruppen

Um eine gegenseitige Kannibalisierung ähnlicher Anträge oder Modulen mit ihren Gesamtanträgen zu vermeiden, wurden die Stimmen für Anträge aus derselben Untergruppe addiert. Bei unter „sonstige“ eingeordneten nicht zusammengehörigen Einzelanträgen wurden die via LimeSurvey abgegebenen Stimmen einzeln erfasst.

Insgesamt erreichten in der LimeSurvey-Umfrage dabei 42 Einzel- bzw. konkurrierende Anträge einer Untergruppe mehr als 50 Stimmen.

ANMERKUNG:

Dass in beiden Systemen jeweils genau 42 Anträge zustande kamen, ist reiner Zufall und kam nicht durch irgendwelche Tricks zustande – ich schwöre es!

(aber vermutlich ist ein Zeichen vom FSM oder anderen Nerd-Gottheiten…)

3.) Erstellung der „Top 42“

Insgesamt erreichten 61 verschiedene Einzel- bzw. konkurrierende Anträge die Relevanz-Vorgaben in LQFB, LimeSurvey oder beiden Systemen.

Nach den Erfahrungen von Chemnitz rechne ich damit, rund 25 bis 30 „Leitanträge“ zzgl Modulen und Konkurrenzen behandeln zu können. Um einen zusätzlichen Puffer zu haben, konzentriere ich mich auf eine „Top 42“ der beliebtesten Anträge aus beiden Systemen. Hierzu setzen wir jeweils abwechselnd den höchstplatzierten Antrag aus LQFB und LimeSurvey, der nicht schon zuvor gesetzt worden ist – das hatten wir nach der ersten LimeSurvey-Umfrage schon vorgeschlagen, was als guter Kompromiss zur Berücksichtigung beider Systeme weithin Zustimmung fand.

Auf Basis dieser Herangehensweise schafften es 30 der in LQFB ermittelten beliebtesten Anträge in die „Top 42“, von den in LimeSurvey am häufigsten genannten sind es 28. Von den zehn absoluten Spitzenreitern landeten sieben in beiden System unter den Favoriten, die Hälfte sogar beide Male unter den ersten zehn. Umgekehrt waren nur jeweils zwei Anträge aus den Top 10 im anderen System nicht zumindest unter den beliebtesten 17 enthalten.

Dies zeigt, dass die zusammengestellten „Top 42“ dem tatsächlichen Interesse einer repräsentativen Mehrheit in der Partei sehr nahe kommen.

ANMERKUNG:

Gegenüber der vorab mitgeteilten „Top 40“-Liste sind drei Anträge zzgl. Konkurrenzen/Modulen hinzugekommen, die ich bei einer Nachprüfung fand: der Antrag PA310 (Datenschutz & Öffentlichkeit), PA066 (Solidarische Gesundheitspolitik) und PA359 (Schule) – dafür rutschte PA090 (Polizisten-Kennzeichnung) aus der Liste heraus.

Während der erstgenannte Antrag zum Datenschutz immerhin den Gesamtrang 19 erreicht, ist eine Behandlung der zwei anderen Neulinge angesichts Platz 36 und 38 recht unwahrscheinlich.

4.) Gruppierung in Themenblöcke

Bei der Gruppierung nach Themenblöcken analog der ersten LimeSurvey-Umfrage ergibt sich ein Problem: Aus den sechs damals am häufigsten genannten Themenblöcken schafften es insgesamt lediglich neun Anträge in die „Top 42“, davon wiederum nur ein einziger mit Platz 9 ins vordere Viertel.

Meine Vermutung ist daher, dass die Angabe eher die persönlichen Motive für den Parteieintritt als konkret gesehenen Antragsbedarf reflektierte. Dafür spricht auch, dass zu diesen Blöcken einerseits großteils nur wenige Anträge eingereicht wurden und diese durchweg zu den Kernthemen der Piratenpartei zählen. Entsprechend sind die Themen im Programm zwar bereits so gut vertreten, dass die meisten Mitglieder keinen dringenden Ergänzungsbedarf sehen. Sie wurden jedoch – dank des Akzeptanzwahlverfahrens – parallel zu den eigentlichen Interessen zusätzlich angekreuzt.

Daher stelle ich einerseits eine Reihung der Themenblöcke streng nach dem Ergebnis der ersten LimeSurvey-Umfrage vor („Vorschlag 1“).

Parallel lege ich jedoch eine zweite Variante vor, welche die gewünschte Abarbeitung der Anträge in Themenblöcken und das signalisierte Interesse an den vorliegenden Anträgen sinnvoll verbindet. Dazu wurden für die „Top 42“ jeweils Punkte nach dem Schema „42 minus Rang“ vergeben und die Punkte aller Anträge des jeweiligen Themenblocks sodann addiert.

Hieraus ergibt sich folgende Reihenfolge:

Arbeit und Soziales
Wirtschaft und Finanzen
Allgemeines piratiges Menschenbild
Bauen und Verkehr
Umwelt und Energie
Transparenz
Datenschutz und Privatsphäre
usw

Abgearbeitet werden sollen die Anträge hierbei den Samstag hindurch in der Reihenfolge dieser Themenblöcke, bevor am Sonntag Vormittag zunächst – vermutlich rund 2 Stunden lang – Satzungsänderungsanträge (insbesondere zur Finanzordnung) behandelt werden. In der Folge würden wir dann zu Einzelanträgen übergehen und damit den restlichen Sonntag verbringen („Vorschlag 2a“).

Als Modifikation dieser zweiten Variante bietet sich an, den Block „Allgemeines piratiges Menschenbild“ nach vorne zu ziehen („Vorschlag 2b“). Dies hätte einerseits eine gewisse Logik, wäre zum zweiten angesichts des Top-Antrags PA040 – er kam auf Platz 2/4 in LQFB/LimeSurvey – von hohem Interesse und hätte überdies den angenehmen Nebeneffekt, dass wir das emotionale Thema Mindestlohn/BGE nicht als allererstes zu behandeln brauchen 😉

5.) Open Data

Alle erforderlich (Roh-)Daten zur Nachvollziehung meiner Arbeitsschritte und ggf. alternativen Vorschlägen sollten in dieser Excel-Datei bzw. dieser ods-Version enthalten sein. Bei Rückfragen sprecht mich einfach an.

Anregungen, Lob und Kritik herzlich willkommen!
(und bitte dran denken: das ist ein vorläufiger, quasi privater Vorschlag, also steinigt wenn dann mich und nicht den kompletten BuVo oder gar die Antragskommission)

LG
Matthias

P.S.: ja, es ist eine böse Excel-Datei. Ja, sollte man nicht machen (aber ich hab nunmal nix anderes auf diesem Laptop). Wenn irgendjemand sie in ein offenes Format umwandeln kann und mir sendet, lade ich das gerne parallel hoch.

Nachtrag: Danke an Michael Ebner für die ods-Datei!

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Über kungler

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17 Antworten zu Antragsreihenfolge für den BPT: So entstanden die „Top 42“

  1. aloa5 schreibt:

    Ich habe bereits auf „Aktive“ dargelegt das das Verfahren sowohl in der Theorie als auch ganz konkret absolut Panne war und ist. Das kann man wunderbar an zwei der fünf Anträgen der AG sM festmachen, den Anträgen PA277 und PA278. Nicht mit dem Anspruch das diese unbedingt in die Top40 gehören würden (auch wenn gerade PA278 das natürlich wäre 😉 ) aber die sind mir natürlich aufgefallen und zeigen auf warum das einfach Mist ist.

    PA277 behandelt „Subventionen, Steuervergünstigungen und Transparenz „:
    http://wiki.piratenpartei.de/Bundesparteitag_2011.2/Antragsportal/PA277

    Einsortiert war es unter „Staatsschulden“. Warum auch immer. Auf Anruf wurde es hinterher anders einsortiert – „auch“ und zwar bei „Steuern“. Seit meinem wirklich schlechten Tag gestern wo mir dann doch der Kragen geplatzt ist steht es nun noch woanders, nämlich separat in einer ganz neuen 2er-Gruppe, in „Subventionen“.

    PA278 behandelt SV zu Steuer und HartzIV. Einsortiert wurde es unter SV mit einem einzelnen anderen Antrag. Warum nicht unter Hartz oder unter Steuern? Keine Ahnung. Geht eben nicht mit der genannten Einteilung (Fail). Dafür wurde PA176 mit fast gleichlautendem Tenor in „Steuern“ einsortiert. Nach dem gestrigen Rant ist der ebenfalls in „SV“.

    PA275 welches die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenzen in der SV fordert ist aber nicht in SV… neeeein. Der war bis gestern in „Steuern“. Seit gestern ist er in einer neuen Gruppe „Beitragsbemessungsgrenze“.

    Dafür sollte man denken das eine Vermögensabgabe zur Staatsschuldenbeseitigung bei „Staatsschulden“ steht, überhaupt einer sehr sinnigen Gruppe. Aber nein, das steht unter „Steuern“. Wieso sollte man Staatsschuldenbeseitigung auch unter Staatsschulden einsortieren, wenn man da doch schon die Subventionen einsortiert hatte.

    Vulgo: die Gruppen sind völliger Unsinn. Selbst wenn man „richtig“ einsortieren würde wäre die Existenz und Aufteilung der verschiedenen Gruppen reine Willkür und damit auch die Entscheidung welche Gruppe denn nun dominiert, welche Anträge in Konkurrenz zu anderen stehen und welche Anträge behandelt werden. Wo PA278 hingehört ist reine Willkür, denn eine Erklärung zur Arbeitsgesellschaft mit HartzIV-Dekklaration gehört in HartzIV, Allegemeines und weil danach SV zu Steuern und Grundrente erklärt/gefordert werden gehört es noch in SV, Rente und natürlich Finanzierung und Verwaltung des Krankenversicherungssystems.

    Die Hauptfolge der Einsortierung(!) ist es das er nicht behandelt wird, obwohl er z.B. in direkter Konkurrenz zum „HartzIV-Sanktionen“-Antrag u.a. steht. Das die AG sM die Anträge überhaupt nicht in das untaugliche LQFB-System eingestellt hat und welche Auswirkungen das haben mag ist nicht einmal erwähenswert. Der Rest reicht m.E. schon um darzustellen warum und das obiges Ergebnis einfach bescheiden ist.

    Es führt zu Piraten-Bullshit-Bingo (PBB). PBB funktioniert umgekehrt wie das normale Bullshit-Bingo. In der normalen Spielversion werden Schlagwörter genannt und derjenige der auf seinem Spielzettel alle streichen konnte hat gewonnen. Im PBB werden aus der Lostrommel Schlagwörter gezogen und derjenige der nur eines, nämlich dieses, Schlagwort in seinem Antrag hat, hat auch gewonnen. Damit sind alle Anträge ´raus welche mehr als „wir sind pro/contra Mindestlohn“ (also eine beliebige Einzelaussage in Wahlplakatequalität) enthalten.

    Um Also die Aussagen in PA278 in Eurem tollen System durchzubekommen hätte ich den Antrag in „HartzIV-Sanktionen“, „KV“, „RV“ und „Grundsatzerklärung“ aufsplitten müssen damit er in jeder Kategorie auftaucht und wenigstens Teile daraus behandelt werden.

    Ich mag Bullshit-Bingo nicht. Parteiprogramme sind keine Wahlplakate-Slogans. Wenn wir vier oder fünf welche das Grundsatzprogramm formuliert haben so gearbeitet hätten wäre vermutlich unzusammenhängendes Programmgestammel herausgekommen.

    Grüße
    ALOA

  2. Jo Menschenfreund schreibt:

    Unabhängig davon, ob mir das Ergebnis gefällt oder nicht, finde ich es toll, dass die Arbeit gemacht wurde. Danke!

  3. Monika Belz schreibt:

    O.k. du möchtest gesteinigt werden, kein Problem. Ergebnisse aus Liquid Feedback ohne Delegationen zu bewerten ist vollkommen sinnlos, weil das System von Delegationen lebt und man halt, weil man nicht alles wissen kann und sich nicht mit allem beschäftigen will und kann, delegiert. Mache ich auch als ziemlich aktiver Nutzer.

    Das zeugt von einem nicht vorhandenen Verständnis von Liquid Democracy und der scheinbar nicht vorhandenen Akzeptanz, dass zumindest ein großer Teil der aktiven Piraten dieses System gerne nutzt.

    Vielleicht sollte ich einige Mitglieder des Bundesvorstandes so ignorieren, wie sie die Funktionsweise von Liquid Feedback ignorieren. Wäre eine Überlegung wert.

  4. piratenproll schreibt:

    Ich bin ebenfalls (im negativen Sinne) erstaunt über die Vorgehensweise. Schon alleine durch die Beschränkung der Stimmenzahl bei der LimeSurvey-Umfrage bei gleichzeitiger Möglichkeit der Häufung war zu erwarten, dass einzelne Interessengruppen ihre Stimmen eher nutzen würden um ihre Anträge zu pushen, anstatt für die sicherlich zahlreichen unumstrittenen Anträge zu stimmen. Durch die Addition der Stimmen konkurrierender Anträge wird dieser Effekt sogar noch zusätzlich verstärkt. Stark umstrittene Themen werden nach oben gesetzt, konkurrenzlose Konsensanträge sinken nach unten.

    Das wirkt sich einerseits negativ auf die Effizienz des Parteitags aus, weil man statt einer einzigen emotional aufgeladenen Debatte zu Themen wie BGE oder Euro sicherlich fünf andere Anträge behandeln könnte, und schadet andererseits u.U. der konsensbildenden Wirkung des Grundsatzprogramms, wenn da evtl. durch Kampfabstimmungen stark umstrittene Positionen drin landen.

    Und warum zur Hölle wurden jetzt eigentlich bei LQFB keine Delegationen mitgezählt? Das System beinhaltet Delegationen, also kann man sie als Benutzer auch nutzen, und es ist überhaupt nicht einzusehen, warum die eigene Stimme herausgerechnet werden soll, wenn man sie bewusst an jemand anders delegiert hat.

    Im übrigen gab es meines Wissens extra einen vom Vorstand angeordneten Freeze im LQFB-System, damit Anträge noch rechtzeitig vor Beginn des Parteitags abgestimmt werden. Werden die noch ad hoc am Samstag morgen eingepflegt?

  5. mrdaiber schreibt:

    m(

  6. LordSnow schreibt:

    Ich stimme aloa5 vollkommen zu, die Einsortierung in Themengruppen und was so alles miteinander konkurriert oder auch nicht konkurriert ist reine Willkür. Aus diesem Grunde sollte man in Zukunft auf Verfahren setzen, die möglichst ohne eine Bildung von Themengruppen auskommt.

    Ich bin auch etwas negativ überrascht (von der Basis), dass tatsächlich knapp mehr als die Hälfte eher Themengruppen abhandeln will und damit sehr kostbare Zeit auch für äußerst schlechte Anträge verwenden möchte, statt für sehr gute Anträge aus anderen Themengruppen. Hatte ich nicht erwartet, muss jedoch (leider) so zur Kenntnis nehmen.

    Ich finde es dennoch gut, dass nach der ersten Umfrage noch diese weitere Umfrage gemacht wurde und dass sich jemand bei diesem sehr heiklen, weil für die Weiterentwicklung der Partei enorm wichtigen, Thema, in die Höhle des Löwen begibt. Man sieht, dass versucht wurde es möglichst vielen Recht zu machen, die bisherigen Kommentare zeigen (leider), dass dies eher von jedem der dafür Abstriche machen musste negativ aufgefasst wird. Ich persönlich wäre z.B. sehr stark dafür die LQFB-Ergebnisse unbedingt wieder herauszurechnen, da diese für ganz andere Zwecke erhoben wurden, sehr stark verzerrt sind (das System nutzen sehr wenige und nur spezielle nicht-repräsentative Personengruppen), extrem schwankende Nutzerzahlen aufreten (Berlinblase) und viele Initiativen auch noch nicht abgeschlossen sind bzw. viele eingereichte gute Anträge gar nicht im LQFB waren. Ich sehe aber, dass zumindest die auto-Abnicker (Delegationen) rausgerechnet wurden und man wirklich versucht hat zu Filtern, ob ein Antrag auch wirklich von einer breiteren Anzahl Personen gelesen und für gut befunden wurde, oder nur nach dem Wenigaugenprinzip von einem „Superdelegierten“. Das rechne ich hoch an, zumal ich weiß, dass dies bei einigen starken Verfechtern von Delegiertensystemen weniger gut ankommt.

    Insgesamt werde ich diesen Vorschlag annehmen, weil die Top Anträge für mich akzeptabel sind und eine Filterung von extrem misserablen doch stark erkennbar ist. Ich hätte mir trotzdem viele andere Anträge weiter vorn erhofft, aber das wird halt immer so sein, es gibt keine für jeden perfekte Antragsreihenfolge!

    Also trotz aller Kritik, vielen Dank für die sehr umfangreiche Arbeit, welche hier geleistet wurde!!!

  7. Lasse schreibt:

    Hi Matthias,

    kannst du einen (kurzen) Kommentar zum erweiterten Losverfahren [1] abgeben mit nem pro/contra zu deinem Vorschlag?

    mfg Lasse

    [1] https://lqfb.piratenpartei.de/pp/initiative/show/1864.html

  8. kungler schreibt:

    OK, Delegationen kommen wieder rein. Hätte ich von vornherein machen sollen, zumal es ohnehin wenig ändert: maximal +/-3 Plätze auf den ersten 22 LQFB-Plätzen, das entspricht der Liste bis Gesamtrang 36.

    Noch irgendwas anderes, was _konkret_ angepasst werden sollte?

    (um die ad hoc nicht lösbaren Probleme mit heterogenen Antragsgruppen, qualitativer Bewertung usw kümmern wir uns bitte _nach_ diesem BPT)

  9. kungler schreibt:

    Oh, und DANKE an die bisher immerhin 5 (!) Danke-Sager (zwei davon BuVo-Kollegen). Angesichts – bisher – mindestens 40 Stunden Arbeitszeit ist das für Piratenverhältnisse ja gar nicht mal schlecht….

  10. trotzikTrotzik schreibt:

    Danke für deine Arbeit.
    Es gilt bei den Piraten, das selbe wie im Fussball. Deutschland hat auch 80 Millionen Trainer die es besser wussten …
    Bin gespannt ob das Grundlegende Problem der Antragsdiskussion im Vorfeld, Antragsgruppen und Reihenfolge, jemals „gelöst“ wird.

  11. aloa5 schreibt:

    um die ad hoc nicht lösbaren Probleme mit heterogenen Antragsgruppen, qualitativer Bewertung usw kümmern wir uns bitte _nach_ diesem BPT

    Man darf anmerken das diese Probleme nahezu vor jedem bisherigen Parteitag die gleichen waren und beim nächsten Parteitag immer noch existier(t)en. Das ist wie mit Kritik an Vorständen. Vor Parteitagen ist es nicht recht und nach Parteitagen soll man auch nicht gleich weil die sich ja erst einmal einarbeiten müssen.
    Kritik ist dann abzuarbeiten wenn sie auftritt.

    Konkret:
    Ihr habt „Soziualversicherung“ von „Beitragsbemessungsgrenzen“ und „Finanzierung des Gesundheitswesens“ getrennt. Da das an intellektueller Debilität schwerlich zu überbieten ist (da die SV nun einmal aus Finanzierung und Beitragsbemessungsgrenzen besteht) schlage ich vor wenigstens die drei Gruppen zusammenzulegen und als „konkurrierend“ zu behandeln damit wenigstens einigermaßen Konsistenz besteht.
    Und das könnt Ihr dann gleich mit dem Rest der Anträge so durcharbeiten.

    Ach so, ja. Der Antrag „Grundrente“ steht auch nicht bei „Sozialversicherung“ sondern bei „ReSet“. Drückt diese Anträge in einen Bereich ´rein, egal wie.

    Die dahingehende Verpeilung ist mir unbegreiflich. Das ist bei allem Respekt was den Arbeitsaufwand angeht qualitativ unter aller Sau. Wenn Ihr Hilfe dafür benötigt dann sagt Bescheid. Daran soll es nicht liegen.

    ALOA

  12. Stephan Beyer schreibt:

    Mir persönlich ist das Verfahren dermaßen egal. Wichtig ist mir eigentlich NUR, dass wir Anträge einfach schaffen. Dafür taugt meines Erachtens am meisten das erweiterte Losverfahren (im Vergleich zum Axel-Müller-Verfahren läuft es antragsspezifisch statt gruppenspezifisch und wir sparen uns die Auszählung; das Mehrheitsproblem und das Minderheitenproblem wird jeweils über Wahrscheinlichkeiten gelöst). Da es jetzt die Top 42 gibt, werde ich der Top 42 zustimmen (danke an alle, die sich die Arbeit gemacht haben und danke an kungler für die Verfahrenstransparenz!). Wenn die Mehrheit es nicht annehmen sollte, votiere ich für das Losverfahren.

    Wichtig wäre mir lediglich, dass die Reihenfolge so sinnvoll ist und verfahrensrelevante Satzungsänderungsanträge, Programmanträge und Sonstige Anträge *vorher* drankommen und außerhalb der „zu bestimmenden“ Reihenfolge stehen.

  13. LordSnow schreibt:

    „OK, Delegationen kommen wieder rein.“

    Schade, dass du so schnell umgefallen bist. 😦

  14. Kyra schreibt:

    Hallo Matthias

    ich möchte mich nicht nur für die Arbeit bedanken, sondern Dir auch nochmal ans Herz legen:
    Bitte nicht aufregen, egal wie Du eine Reihenfolge errechnet hättest, sie wäre angegriffen worden. Auslosen wäre der geringste Arbeitsaufwand gewesen. Aber Shitstorm hätte es auch da gegeben. Es war immer schon so bei den Piraten, jeder der was macht, macht sich unbeliebt. Je weniger Du Dich engagierst umso leichter hast Du es bei dieser Mitmachpartei.

    Liebe Grüße

    Kyra

  15. StreetDogg schreibt:

    Nur mal zur Klarstellung:
    Ich habe generell von der Nutzung von LQFB für die Antragsreihenfolge abgeraten. Der hier jetzt verwendete Prozess (der nun offenbar nochmal geändert wird), stammt weder komplett noch teilweise von mir.
    Ich wurde nach den dafür notwendigen Daten gefragt und habe diese Zusammengesammelt. Weil ich es kann. Ich habe die Daten weder gemacht noch genutzt.

  16. Pingback: Kein Shitstorm – aber trotz dem Kritik am Vorschlag zur Tagesordnung BPT 2011 TOP 42 « loreenasworte

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