Entwicklungspotential

Ich hab da mal wieder ein quasi unwiderstehlich attraktives Angebot bekommen:

„Discounter mit Entwicklungspotential“ (sic!) zum Vorzugspreis von 7,5 Mio. Euro bei einer aktuellen Nettokaltmiete von 242 T€, entsprechend einer Rendite von stattlichen 3,2%. Ohne Berücksichtung von Instandhaltungs-, Verwaltungs- und nicht umlagefähigen Nebenkosten, versteht sich.

Anders ausgedrückt: das Ding soll zum sage und schreibe 31-fachen der IST-Miete verkauft werden. Wohlgemerkt für einen einzelnen Discounter mit knapp vier Jahren Mietvertragslaufzeit, ohne erkennbare Alleinstellungsmerkmale, mit einem Konkurrenz-Discounter direkt nebenan und einer starken ALDI-/REWE-Kombination nur 500 Meter die Straße runter.

Das sogenannte „Entwicklungspotential“ besteht übrigens darin, in einem Jahr die Miete per Indexierung um 5% erhöhen zu dürfen. Der Kaufpreisfaktor sinkt damit auf nur noch 29,5 und damit nur noch hauchdünn oberhalb des 9-fachen, zu dem wir üblicherweise kaufen…

So. Und jetzt dürft ihr mal raten, in welcher Stadt dieses Schnäppchen steht.

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Aktienrückkauf

Aufmerksame Leser der sogenannten „Directors‘ Dealings“-Meldungen haben es wohl schon bemerkt: ich habe über meine MSC Invest GmbH ein paar DEFAMA-Aktien gekauft, von denen ich ja schon eine ganz ordentliche Position halte und im Herbst letzten Jahres zur privaten Vermögens-Diversifikation einige im Zuge einer Umplatzierung an institutionelle Investoren abgegeben hatte.

Hintergrund für diesen „Aktienrückkauf“ ist die (teilweise) Wiederanlage der erhaltenen Dividende. Dass ich dazu ausgerechnet DEFAMA-Aktien kaufe, liegt natürlich einerseits daran, dass ich die Firma recht gut kenne 😉 und andererseits daran, dass ich bei der damaligen Umplatzierung mehr Stücke abgegeben hatte als eigentlich geplant, um die starke Nachfrage zumindest teilweise befriedrigen zu können.

Dank der Regularien der Marktmissbrauchsverordnung (MAR) sind die entsprechenden Käufe nicht nur meldepflichtig, überdies sind auch die Zeitfenster für Eigengeschäfte von Führungspersonen (so die korrekte Bezeichnung für das, was jeder „Insiderkäufe“ nennt) eingeschränkt. Zudem sollte man sich auch tunlichst bemühen, durch Transaktionen in der eigenen Aktie den Börsenkurs nicht zu beeinflussen. Das BaFin kennt hier keinen Spaß, wie man hört.

Entsprechend vorsichtig und kleinteilig gehe ich bei meinen Käufen zuwerke, auch wenn es naürlich bequemer wäre, die gewünschte Gesamtstückzahl mal eben schnell an einem Tag unter Inkaufnahme eines kleinen Kursanstiegs zu erwerben. Und da Ende Juli/Anfang August die Halbjahreszahlen anstehen, vor deren Publikation Insiderkäufe 30 Tage lang untersagt sind, lasse ich meine Orders sicherheitshalber maximal bis Ende dieser Woche im Markt. Man will ja nix falsch machen.

Falls ich meine Dividende bis zum Ende der Sperrfrist nicht anderweitig angelegt habe, kann ich danach ja eventuell noch ein paar weitere Stücke kaufen. Wobei das kurz vor und vor allem in den Tagen nach der Roadshow am 8.8. in London möglicherweise auch nicht opportun ist; man will als Vorstand ja nicht in Kauf-Konkurrenz zu den institutionellen Gesprächspartnern treten. Und dann taucht auch schon wieder die Sperrfrist vor den Neun-Monats-Zahlen am Horizont auf. Oder womöglich zwischendurch irgendein potenzieller Adhoc-Tatbestand, vor dem man natürlich auch nicht kaufen darf. Und wenn die Börsenumsätze in der falschen Phase sehr klein sind, könnten Käufe wiederum zu starke Kursauswirkungen haben, also auch besser lassen…

Wie ihr seht, ist es ganz erstaunlich kompliziert, ein paar Aktien der eigenen Firma zu kaufen. Man möge mir also verzeihen, wenn ich nicht jede einzelne DD-Meldung oder deren phasenweises Ausbleiben ausführlich begründe.

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Amkauf

Gestern in meiner Mailbox:

Von: $IMMOBILIENTEXT@gmail.com
Betreff: Bürogebäude zum Amkauf

Sehr geehrte Damen und Herren,
führ einen Kunden suche ich im Raum München folgende Immobilie:

[…]

Wenn Sie bitte prüfen würden ob ein passendes Gebäude zur Verfügung steht kurz- od. mittelfristig.
Es würde mich natürlich auch freuen wenn Sie mir einen Tipp geben könnten für wen diese Anfrage interessant sein könnte!

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

 

Einmal abgesehen davon, dass die Anfrage bei uns nun wirklich völlig ins Leere läuft (Bürogebäude / München / Verkauf: nichts davon machen wir) und die Rechtschreibung sowie Kommasetzung der gewünschten Geschäftsanbahnung im vermutlich zweistelligen Millionenbereich nicht ganz adäquat ist, gab es ein wirklich amüsantes Detail, das ich erst durch eine kurze Zeit später eintrudelnde weitere Mail bemerkte:

Von: $NAME@$FIRMENNAME.com
Betreff: Re: Bürogebäude zum Amkauf

Wow! Das ist eine groß angelegte Suchaktion! Danke für alle Adressen!

Mit herzlichen Grüßen 

 

Die „Amkauf“-Anfrage war offen an 291 Mailadressen gegangen…

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Strafanzeige

Ich bin selten fassungslos. Aber die Dreistigkeit dieses Betrugsversuchs ist wirklich kaum zu glauben – und ich habe da schon einiges erlebt. Aus diesem Grund haben wir sofort Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin erstattet und außerdem N26 informiert, die vom Täter für sein Treiben missbraucht werden.

Da ich befürchte, dass die Mühlen der Justiz mal wieder sehr langsam mahlen und der Täter derweils zahllose weitere ahnungslose Opfer abzocken kann (die Fake-Rechnungen dürften automatisiert nach jedem einzelnen Handelsregistereintrag rausgehen), bitte ich darum, diesen Blogpost als entsprechende Warnung zu verbreiten. Insbesondere diesen zentralen Satz:

ACHTUNG bei angeblichen Kostenrechnungen der Landeshauptkasse – wenn dort ein Konto der „Landeskasse N26“ angegeben ist, ist es ein Fake!

Das ist tatsächlich die einzige Möglichkeit, den Betrugsversuch überhaupt zu erkennen, alle anderen Daten sind korrekt und lassen keinerlei Rückschluss auf den Urheber zu.

Mein komplettes Schreiben an die Staatsanwaltschaft findet ihr unter diesem Link.

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0,27

Nun sind auch wir bei der DEFAMA das erste Mal direkt von Strafzinsen betroffen: Auf einem Tagesgeldkonto, das man bei $BANK automatisch zum Geschäfts-Girokonto dazu erhält, wurde eine Strafzinszahlung in Höhe von 0,27 Euro (sic!) abgebucht.

Dadurch geriet das Tagesgeldkonto, das von uns noch nie genutzt wurde – schließlich gab es schon seit längerem keine Guthaben-Zinsen mehr – und entsprechend leer war, um eben diesen Betrag ins Minus. Bemerkt habe ich das nur, weil mich ein Mitarbeiter der Bank anrief, um auf diese nicht gestattete Überziehung hinzuweisen. Wir möchten den Saldo doch bitte ausgleichen.

Das habe ich natürlich auch gerne getan. Wieso eine Strafgebühr ausgerechnet auf einem inaktiven Tagesgeldkonto statt auf dem Girokonto verbucht wird, habe ich nicht nachgefragt. Ebensowenig, wie es überhaupt zu einem Strafzins kam – schließlich sollten diese erst oberhalb eines beträchtlichen Guthabens anfallen, das wir meines Wissens nie erreicht haben.

Denn allein die rechnerischen Arbeitszeit-Kosten für das Stellen der Frage hätten den Wert der 0,27 Euro schon überstiegen. Dies galt sicherlich auch für den Aufwand, welchen die Bank für den Anruf und die vielmalige Entschuldigung für die Umstände hatte (es war dem Mitarbeiter erkennbar peinlich). Die Bank-Logik verbietet es aber natürlich, eine solche Mini-Summe einfach auszubuchen, wie dies jede Firmenbuchhaltung aus kaufmännischer Vernunft tun würde.

Also bleibt bankintern das Fazit:

Hey, wir haben Strafzinsen vereinnahmt \o/
…und dafür vermutlich ungefähr die 50-fache Summe an kalkulatorischen Kosten produziert /o\

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