Nachtrag

Von einem namhaften Filialisten erhielten wir soeben einen Nachtrag zum Mietvertrag mit der Bitte um Durchsicht und Unterschrift. Mal abgesehen davon, dass der Name unserer Tochtergesellschaft darin gleich bei der Angabe der Vertragspartner falsch angegeben wird, findet sich im Text des Nachtrags (in dem ansonsten vor allem diverse eher formale Kleinigkeiten geregelt werden sollen) unter anderem der folgende interessante Abschnitt:

Dem Mieter wird gestattet, auf eigene Kosten eine beliebige Anzahl von E-Ladesäulen mit Werbeschild für Fahrzeuge aller Art zu errichten und zu betreiben. Dem Mieter wird gestattet, für die erforderliche Stromversorgung bauliche Maßnahmen in erforderlichem Umfang auf eigene Kosten durchzuführen. Dies umfasst insbesondere die Verlegung eines unterirdischen Stromkabels zum Bereich der Ladesäule.
[…]
Die E-Ladesäule kann vom Mieter zum Mietende auf dessen Kosten ganz oder teilweise wieder entfernt werden. Eine Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes durch den Mieter ist nicht geschuldet. Dies gilt auch für die verlegten Stromkabel und ggf. sonstige bauliche Maßnahmen im Zusammenhang mit der Errichtung der E-Ladesäule einschließlich eines etwaigen zweiten Hausanschlusses. Macht der Mieter vom Entfernungsrecht keinen Gebrauch, wird die Anlage/n gegen Zahlung des steuerlichen Restbuchwerts zzgl. der gesetzlichen Umsatzsteuer zum Ende der Mietzeit durch den Vermieter erworben. Sie geht/gehen in diesem Fall nach Zahlung des steuerlichen Restbuchwerts in das Eigentum des Vermieters über.

Sprich: Theoretisch kann uns der Mieter den halben Parkplatz auf eigene Kosten mit E-Ladesäulen zubauen, dann irgendwann ausziehen und – wenn er will – uns zwingen, ihm die nach seinem eigenen Ermessen abgeschriebenen Anlagen zum Restbuchwert abzukaufen. Egal ob wir diese gebrauchen können oder nicht (womöglich sind E-Autos bis dahin ja wieder out?!).

Oder der Mieter baut die Ladesäulen ab, nimmt sie an seinen neuen Standort mit und hinterlässt bei uns die Löcher auf dem Parkplatz. Vielleicht auch ein paar Betonsockel oder verrostete Metallgestelle, aus denen die wertvolle Elektrik entfernt wurde – er darf die Anlagen, wenn er möchte, ja gegebenenfalls auch nur teilweise abbauen.

Kann man natürlich einfach mal eben so unterschreiben. Aber vielleicht doch besser nicht ohne die eine oder andere kleine Anpassung.

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Sonderleasing

Da im Sommer der Leasingvertrag für meinen Vorstands-Firmenwagen ausläuft, hatte eine Mitarbeiterin vor kurzem begonnen, sich nach einer Folge-Motorisierung umzusehen. Als Wunschmodell nannte ich einen A6, nicht zuletzt wegen des schönen großen Kofferraums.

Dafür erhielten wir gestern vom Händler unseres Vertrauens ein sensationelles Angebot: ein Rückläufer aus einer Großkundenbestellung, mit entsprechend hohem Rabatt. Ein Schnäppchen! – sofort verfügbar, tolle Ausstattung, mit einer All-Inclusive-Sonderleasing-Rate von…. gerade einmal 822 Euro monatlich. Resultierend aus einem Listenpreis von 77.000 Euro.

Schluck.

Ja nun also. Theoretisch wäre ein solcher Untersatz wohl durchaus angemessen für den Vorstand einer börsengelisteten AG. Einer erfolgreichen überdies, darf ich vielleicht anmerken. Und die gegenüber meinem IST-Auto fast verdoppelten Kosten würden unsere Aktionäre gar nicht bemerken angesichts eines Jahresgewinns im siebenstelligen Bereich.

Trotzdem. So viel Geld für etwas auszugeben, das einfach nicht nötig ist, tut mir in der schwäbischen Seele weh. Und nach einmal drüber schlafen und mit einigen Leuten drüber sprechen, ob’s wegen der Repräsentanz und so („börsengelistete AG“) wirklich sein muss, hab ich das Schnäppchen dankend ablehnen lassen. Wie sagte mein Ex-Vorstandskollege, den ich ebenfalls um seine Meinung fragte, es so schön: „Viel zu viel unsinniges Zeug drin. Am Ende dann völlig überteuert.“

Muss die Kollegin also leider noch ein bisschen weitersuchen. Und statt dem top ausgestatteten Audi wird’s dann wohl eher ein vergleichsweise karg möblierter Skoda werden. Irgendwie empfinde ich den aber einfach als passender. Und wenngleich die Aktionäre meinen heroischen Verzicht im ausgewiesenen Konzernergebnis nicht bemerken werden, dann vielleicht wenigstens durch diesen Blogpost 😉

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Wertsteigerung

Die Älteren werden sich erinnern: Vor gut einem Jahr postete ich einen Beitrag bezüglich einer laut angepriesenen Kaufpreisreduzierung von 1,775 auf 1,700 Mio. Euro für ein Objekt, über das wir uns zwei Jahre zuvor auf einen Kaufpreis von 680.000 Euro geeinigt hatten, wonach es jedoch nie zum Vertragsschluss kam.

Nun, inzwischen hat das Objekt – ohne dass sich an den Mieterträgen oder sonstigen wesentlichen Daten etwas geändert hätte – offenbar rasant an Wert gewonnen und kostet jetzt… na? na? na? – nein, weder 0,680 noch 1,700 noch 1,775 Mio. Euro, sondern nun schon glatte 2 Millionen. Ist natürlich schon sehr ärgerlich, dass wir uns diese „Wertsteigerung“ haben entgehen lassen…

Ach ja: Die Zahl der Makler, die uns dieses Objekt angeboten haben, hatte sich auch davor schon weiter erhöht und ist inzwischen vermutlich zweistellig. Aber vielleicht gibt es ja einen, der es noch nicht auf dem Tisch hatte und uns somit demnächst für 2,5 Mio. Euro anbieten kann.

 

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Entwicklungspotential

Ich hab da mal wieder ein quasi unwiderstehlich attraktives Angebot bekommen:

„Discounter mit Entwicklungspotential“ (sic!) zum Vorzugspreis von 7,5 Mio. Euro bei einer aktuellen Nettokaltmiete von 242 T€, entsprechend einer Rendite von stattlichen 3,2%. Ohne Berücksichtung von Instandhaltungs-, Verwaltungs- und nicht umlagefähigen Nebenkosten, versteht sich.

Anders ausgedrückt: das Ding soll zum sage und schreibe 31-fachen der IST-Miete verkauft werden. Wohlgemerkt für einen einzelnen Discounter mit knapp vier Jahren Mietvertragslaufzeit, ohne erkennbare Alleinstellungsmerkmale, mit einem Konkurrenz-Discounter direkt nebenan und einer starken ALDI-/REWE-Kombination nur 500 Meter die Straße runter.

Das sogenannte „Entwicklungspotential“ besteht übrigens darin, in einem Jahr die Miete per Indexierung um 5% erhöhen zu dürfen. Der Kaufpreisfaktor sinkt damit auf nur noch 29,5 und damit nur noch hauchdünn oberhalb des 9-fachen, zu dem wir üblicherweise kaufen…

So. Und jetzt dürft ihr mal raten, in welcher Stadt dieses Schnäppchen steht.

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Aktienrückkauf

Aufmerksame Leser der sogenannten „Directors‘ Dealings“-Meldungen haben es wohl schon bemerkt: ich habe über meine MSC Invest GmbH ein paar DEFAMA-Aktien gekauft, von denen ich ja schon eine ganz ordentliche Position halte und im Herbst letzten Jahres zur privaten Vermögens-Diversifikation einige im Zuge einer Umplatzierung an institutionelle Investoren abgegeben hatte.

Hintergrund für diesen „Aktienrückkauf“ ist die (teilweise) Wiederanlage der erhaltenen Dividende. Dass ich dazu ausgerechnet DEFAMA-Aktien kaufe, liegt natürlich einerseits daran, dass ich die Firma recht gut kenne 😉 und andererseits daran, dass ich bei der damaligen Umplatzierung mehr Stücke abgegeben hatte als eigentlich geplant, um die starke Nachfrage zumindest teilweise befriedrigen zu können.

Dank der Regularien der Marktmissbrauchsverordnung (MAR) sind die entsprechenden Käufe nicht nur meldepflichtig, überdies sind auch die Zeitfenster für Eigengeschäfte von Führungspersonen (so die korrekte Bezeichnung für das, was jeder „Insiderkäufe“ nennt) eingeschränkt. Zudem sollte man sich auch tunlichst bemühen, durch Transaktionen in der eigenen Aktie den Börsenkurs nicht zu beeinflussen. Das BaFin kennt hier keinen Spaß, wie man hört.

Entsprechend vorsichtig und kleinteilig gehe ich bei meinen Käufen zuwerke, auch wenn es naürlich bequemer wäre, die gewünschte Gesamtstückzahl mal eben schnell an einem Tag unter Inkaufnahme eines kleinen Kursanstiegs zu erwerben. Und da Ende Juli/Anfang August die Halbjahreszahlen anstehen, vor deren Publikation Insiderkäufe 30 Tage lang untersagt sind, lasse ich meine Orders sicherheitshalber maximal bis Ende dieser Woche im Markt. Man will ja nix falsch machen.

Falls ich meine Dividende bis zum Ende der Sperrfrist nicht anderweitig angelegt habe, kann ich danach ja eventuell noch ein paar weitere Stücke kaufen. Wobei das kurz vor und vor allem in den Tagen nach der Roadshow am 8.8. in London möglicherweise auch nicht opportun ist; man will als Vorstand ja nicht in Kauf-Konkurrenz zu den institutionellen Gesprächspartnern treten. Und dann taucht auch schon wieder die Sperrfrist vor den Neun-Monats-Zahlen am Horizont auf. Oder womöglich zwischendurch irgendein potenzieller Adhoc-Tatbestand, vor dem man natürlich auch nicht kaufen darf. Und wenn die Börsenumsätze in der falschen Phase sehr klein sind, könnten Käufe wiederum zu starke Kursauswirkungen haben, also auch besser lassen…

Wie ihr seht, ist es ganz erstaunlich kompliziert, ein paar Aktien der eigenen Firma zu kaufen. Man möge mir also verzeihen, wenn ich nicht jede einzelne DD-Meldung oder deren phasenweises Ausbleiben ausführlich begründe.

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