Ich kandidiere

… für den 18. Deutschen Bundestag – wenn ihr mich wollt. Einerseits bewerbe ich mich für die Landesliste Baden-Württemberg und als Direktkandidat für den Wahlkreis Esslingen. Erstere wird am 15./16.9. in Wernau aufgestellt, letzterer am 8.7. gewählt.

Warum habe ich mich nach langem Nachdenken zu diesem Schritt entschieden? Im Wesentlichen gibt es dafür drei Gründe:

1. Weil ich es kann

Besser gesagt: Ich traue mir aufgrund meiner unternehmerischen Erfahrung und der inzwischen fast dreijährigen Parteitätigkeit – davon über ein Jahr im BuVo und zuvor als Wahlkampfmanager in Baden-Württemberg – zu, die Arbeit als Bundestagsabgeordneter gut zu machen.

Insbesondere bin ich berufsbedingt gewohnt, mich mit verschiedensten und oftmals sehr komplexen Sachverhalten zu beschäftigen, Argumente pro und contra abzuwägen, verschiedenste Meinungen sowohl von Fachleuten als auch “Laien” einzuholen und letztlich eine verantwortungsvolle Entscheidung zu treffen, die möglichst viele Aspekte und Folgen berücksichtigt.

Meine besondere Stärke liegt bekanntlich im Bereich der Finanz- und Wirtschaftspolitik. Betonen möchte ich hierzu, dass ich keine persönliche Agenda habe und diese in den Bundestag tragen will, sondern vor allem die fachliche Kompetenz und gesunden Menschenverstand, vernünftige Entscheidungen zu treffen. Leider vermisste ich beides in den 15 Jahren, die ich mich nun mit Finanz- und Wirtschaftspolitik beschäftige, in der Politik in erschreckendem Ausmaße. Die Finanzkrise lässt grüßen.

2. Weil ich piratige Positionen gut vertreten kann

Dank intensiver (Straßen-)Wahlkampferfahrung an Infoständen ebenso wie beim Unterschriftensammeln, zahllosen Presseterminen und Interviews, vielen Hintergrundgesprächen mit Vertretern anderer Parteien, NGOs, Unternehmern und Interessenvertretern, auf Konferenzen und im persönlichen Kontakt habe ich immer wieder feststellen können, dass ich Menschen von piratigen Positionen zu überzeugen verstehe.

Dabei hilft mir einerseits ein gewisses “Verkaufstalent”, andererseits kenne ich mich in den Programmen der Piratenpartei meiner Ansicht nach überdurchschnittlich gut aus. Zugute kommt mir dabei unter anderem, dass ich in verschiedensten Ländern (v.a. BaWü, Berlin, NRW, Saarland und Schleswig-Holstein) die jeweiligen Landesprogramme auf der Straße und gegenüber Journalisten zu vertreten hatte. Zudem kann ich oftmals Wissen aus meinem Beruf nutzen und so zusätzliche Fakten und Argumente für piratige Positionen einbringen.

Als Abgeordneter verstehe ich mich als Vertreter des beschlossenen Programms, ohne aber das Piraten-Motto “Denk! Selbst!” aufgeben zu wollen. Entscheidend sind für mich daher Argumente und deren Gewichtung, nicht wieviele Personen sie vorbringen. Sollte sich daraus einmal eine der berühmt-berüchtigten Gewissensentscheidungen gegen ein Votum der Basis ergeben, werde ich diese ausführlich begründen. Ich gehe jedoch davon aus, dass dies ein seltener Einzelfall sein wird, wenn die Mehrheit der Piraten ihre Entscheidungen auch künftig auf ähnlich fundierte Weise trifft. Mit den bisher beschlossenen Programmpositionen sehe ich noch kein Konfliktpotenziel.

3. Weil ich beispielhaft für eine wenig wahrgenommene Facette der Piraten stehe

Ich halte es für wichtig, dass auch die Gruppe der “konservativ-bodenständigen mittelständischen Unternehmer mit Idealen” im Bundestag vertreten ist, die zusammen das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden. Davon haben wir bei den Piraten zwar erstaunlich viele – und noch mehr unter unseren Sympathisanten. Die meisten von ihnen sind berufsbedingt jedoch in der Parteiarbeit weniger präsent und/oder wollen nicht kandidieren, unter anderem aufgrund der Verantwortung für ihre Firma und Familie.

Mir selbst ist das seit einiger Zeit nahezu vollzeitige Engagement für die Piratenpartei nur möglich, weil ich das von mir gegründete Unternehmen zum Jahresende 2011 verlassen habe und seither nur noch freiberuflich für die Firma tätig bin – irgendwoher muss der Verdienst für die Brötchen ja kommen, selbst wenn sie noch so klein sind. Da ich somit aller Voraussicht nach einer der wenigen Vertreter aus der “Unternehmerpiraten-Gruppe” sein dürfte, die sich für eine Bundestagskandidatur überhaupt bewerben und (so selbstbewusst bin ich dann mal) reelle Chancen auf einen der vorderen Listenplätze haben, sehe ich mich hier in der Pflicht, diese Rolle zu übernehmen.

Sonstiges

Da eine meiner Aufgaben im Bundesvorstand ohnehin die Wahlkampfkoordination ist und ich bereits jetzt nebenbei auch regelmäßig Interviews zu geben habe, erwarte ich durch eine Kandidatur keine negativen Auswirkungen auf meine Vorstandsarbeit.

Kandidieren werde ich erst ab Platz 2 der Landesliste. Grund hierfür ist, dass ich Sebastian Nerz für den idealen Spitzenkandidaten halte (dies sagte ich ihm übrigens schon vor vielen Monaten, lange vor Bekanntgabe seiner eigenen Bewerbung) und nicht gegen ihn antreten werde. Dies resultiert aus dem hohen Respekt, den ich während der nunmehr zweijährigen großteils sehr engen Zusammenarbeit auf Landes- bzw. Bundesebene vor seiner Leistung, seinen Führungsfähigkeiten und Verständnis für demokratische Prozesse gewonnen habe.

Sollte Sebastian entgegen meiner persönlichen Präferenz nicht auf Platz 1 der Landesliste Baden-Württemberg gewählt werden, kann sich dies je nach Wahlverfahren und -ergebnis auch auf meine Bewerbung für die Folgeplätze auswirken.

Fragen zu meiner Bewerbung beantworte ich gerne hier in den Blogkommentaren, via Formspring oder Twitter, sowie per Mail oder bei Bedarf auch telefonisch.

 

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Über kungler

Finanzanalyst, Immobilienhai und Unternehmer mit Idealen.
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6 Antworten zu Ich kandidiere

  1. Piratenmitglied schreibt:

    Wo bleibt dein: Weil ich den Willen der Basis, die Beschlüsse der Partei und Vision einer besseren Demokratie umsetzen will?
    Du sagst selbst du stehst für konservative-bodenständige Ideale, was soll das sein? Warum bist du dann nicht bei der CDU? Wo sind die Piratigen Ideale? Deine Bewerbung liesst sich wie die eines Yuppies ohne jeglichen politischen Gewissens…Da erwarte ich mehr!

  2. genoland schreibt:

    klarmachen zum ändern – piraten entern 2013 den bundestag – piraten an die macht – ein politisches erdbeben in deutschland und europa – wir sind das volk !

    wenn wir was ändern wollen, dann MÜSSEN wir die piraten wählen. welche andere partei nimmt uns bürger denn noch wahr ? chaos ist nichts schlechtes. es ist der boden, auf dem kreativität gedeihen kann. piraten widersetzen sich dem klassischen parteipolitischen alltag von fraktionszwang und dem anspruch, stets immer eine meinung zu haben, auch wenn man keine ahnung hat. das finde ich nicht nur sympathisch, sondern auch ehrlicher und authentisch.

    die mehrheit der bevölkerung ist mit der regierung und den parteien unzufrieden. wenn wir was ändern wollen, dann MÜSSEN wir die piraten wählen ! welche andere partei nimmt uns bürger denn noch wahr ? wie gehen die etablierten parteien mit demokratie um ? wo blieb bisher unsere mitbestimmung ?

    nicht jeder pirat ist gleich. werde teil einer neuen bewegung und nimm die chance wahr politik für freiheit und bürgerrechte aktiv mit zu gestalten ! die piraten stehen für eine soziale gesellschaft in freiheit und ein vertrauensvolles miteinander. die piraten informieren über ihre aktionen und vernetzen sich über viele portale. Du kannst wählen wie sehr du den kurs der piraten mitbestimmen willst.

    die piraten sollen bitte politisch so unkorrekt bleiben – denn genau das zeichnet sie aus.

  3. Slagball schreibt:

    Kungler 4 Bundestag :) Ich will sie weinen sehen! :D

  4. buffallo schreibt:

    Allein schon deshalb, weil Du nicht den Überläufern aus der Linken das Wort redest bekommst Du meine Stimme !

  5. Pingback: Warum ich nicht als Direktkandidat für Esslingen kandidiert habe | Kunglers Blog

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